Be Water My Friend

„Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser, denn Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück“, dieses Zitat stammt von Thales von Milet, der von 625-547 vor Christi lebte.
Und ja – Wasser ist alles. Unser blauer Planet trägt nicht ohne Grund seinen Namen: etwa 72 % der Fläche sind mit Wasser bedeckt. Der menschliche Körper besteht, je nach Alter, aus 70 – 50 % Wasser (Quelle: Kneipp). Im Alter nimmt der Wasseranteil im Körper ab; das ist ein natürliches Phänomen. Viele unserer Lebensmittel bestehen zu einem Großteil aus Wasser, ein paar Beispiele: Salatgurke 97 %, Spargel 93 % oder Kohlrabi 92 %. (Quelle: Fit For Fun)
Und natürlich besteht auch Kaffee aus Wasser, nämlich zu 98 %. (Quelle: Das Kaffee Buch, Dorling Kindersley Verlag).

Wir widmen uns diesmal dem Wasser, da neben der Qualität und Lagerung der Bohnen und der richtigen Kaffeezubereitung  auch das Wasser eine entscheidende Rolle spielt.
Denn wie schon im Eingangszitat beschrieben: Wasser ist alles. Die Essenz unseres Kaffees.

Wasser ist nicht gleich Wasser

Zunächst: Wasser ist nicht gleich Wasser. Schon klar, es gibt Salzwasser und es gibt Süßwasser. Doch auch beim Süßwasser gibt es einige Unterschiede. Es gibt Wasser mit viel Mineralien – unser Leitungswasser, Wasser mit wenig Mineralien – meist stilles Wasser aus der Flasche – und destilliertes Wasser. Das ist Wasser, welches von allen Ionen, Spurenelementen und anderen Verunreinigungen befreit wurde. 100 % reines H2O. Destilliertes Wasser sollte jedoch nicht getrunken werden, unter Umständen kann der Konsum lebensgefährlich sein.
Aber zurück zum ungefährlichen Wasser: dem Leitungswasser und dem stillen Wasser aus der Flasche. Meist verwenden wir zum Kaffeekochen Leitungswasser. Dieses kann jedoch „hart“ sein, das bedeutet, es hat einen hohen Anteil an Calcium und Magnesium, umgangssprachlich auch Kalk genannt. (Quelle: wikipedia) Hartes Wasser hat manchmal einen leichten Nebengeschmack und kann dazu führen, dass der Kaffee weniger aromatisch schmeckt. Der Grund: Die Säure des Kaffees wird durch den hohen Mineralienanteil neutralisiert. (Quelle: Das Kaffee Buch, Dorling Kindersley Verlag)
Bei „weichem“ Wasser kann das Gegenteil passieren. Weiches Wasser hat im Gegenteil zu harten Wasser wenig Calcium und Magnesium. Hier kann es zu einer Überextraktion des Kaffees kommen, sodass der Kaffee bitter oder sauer schmeckt. (Quelle: Das Kaffee Buch, Dorling Kindersley Verlag)

Testet es selbst!

Den Härtegrad des Wassers könnt ihr über Euer jeweiliges Versorgungsnetz erfragen. Aber testet doch einfach selbst: kocht Euren Kaffee einmal wie gewohnt mit Leitungswasser und einmal mit stillem Wasser aus der Flasche auf. Die Aromen werden unterschiedlich sein, vollmundiger und von besserer Qualität.
Sollte Euch der Kaffee mit dem stillen Wasser aus der Flasche besser schmecken – was wir hoffen, ihr habt aber verständlicherweise keine Lust den PET-Konsum zu fördern. Dann ist unser Tipp: ein Wasserfilter. Es gibt eine Vielzahl einfacher und kostengünstige Filtersysteme mit auswechselbaren Patronen, bei denen ihr einfach das Leitungswasser in eine Kanne füllt.
Vielleicht habt ihr aber auch Glück und Euer Leitungswasser hat genau die richtige Qualität, dann braucht ihr natürlich kein Filtersystem.

Anbei noch die empfohlenen Richtwerte für alle, die es genau wissen möchten:

pH 7
Alkalität rund 40 mg
Chlor 0 mg
Eisen, Mangan, Kupfer 0 mg
Kalium 5 – 10 mg
Kalzium 30 – 80 mg
gelöste Feststoffe 100 – 200 mg
(Quelle: Das Kaffee Buch, Dorling Kindersley Verlag, S. 41)

 

 

Und noch ein bekanntes Zitat zum Schluss, denn im Wasser steckt natürlich auch eine meditative Weisheit:

Empty your mind
Be formless, shapeless
Like Water

Water can flow
Or it can crash
Be water my friend

(Bruce Lee)