Espresso – ein Namenswirrwar

Der Name Espressokocher oder Espressokanne ist leicht irreführend. Denn genau genommen kann mit dem Espressokocher kein richtiger Espresso hergestellt werden. Und auch der Begriff Espresso wird oft falsch verwendet – nämlich zur Beschreibung einer Röstfarbe. Was ist also was? Und wozu wird es verwendet? Und trinke ich nun gerade Espresso oder Kaffee?

Ein Aufklärungsversuch

Espresso ist eine besondere Zubereitungsart des Kaffees. Es ist der einzige Kaffee, der unter einem sehr hohen Druck aufgebrüht wird. Hierfür wird 90 – 95° Grad warmes Wasser unter einem Druck von 9 bar durch fein gemahlenes Kaffeemehl gepresst. Dies geschieht mit einer Siebträgermaschine.
Die Zubereitung des Espressos ist allerdings gar nicht so einfach. Zu beachten sind unter anderem die richtige Füllmenge an Kaffeemehl für das Sieb, ein sehr feiner Mahlgrad und die richtige Wassertemperatur.
Einen gelungenen Espresso erkennt man jedenfalls an seiner feinporigen, tief goldbraunen Crema. Diese sollte keine großen Blasen oder Löcher enthalten. Außerdem ist sie ca. zwei Millimeter dick und fällt nicht allzu schnell in sich zusammen.
Der Geschmack des Espressos darf zwischen süß und säuerlich liegen. Seine Textur wiederum sollte weich und cremig sein. Im Nachklang ist sein Geschmack dann anhaltend angenehm.

Und nun zur Röstung

Espresso kann entgegen einer oft verbreiteten Meinung aus Bohnen jeder Sorte und jeden Röstgrads zubereitet werden. Allerdings ist zu beachten: Helle Röstungen tendieren in der Regel zu einem sauren Geschmack und einer Überextraktion. Dunkle Röstungen können den Espresso bitter schmecken lassen.
Eine zeitlang wurden überwiegend dunkle Röstungen für die Espressozubereitung verwendet. Daher werden diese Röstungen auch als „Espresso“ bezeichnet. Es sind allerdings die gleichen Bohnen der Kaffeepflanze, die auch für helle Röstungen verwendet werden.
Eine dunkle Röstung enthält im Gegensatz zu einer hellen Röstung weniger Säure, dafür aber einen stärkeren Röstgeschmack. Das fruchtige Aroma einer Kaffeebohne ist meist nicht mehr vorhanden, sondern ein kräftig oft nussig-schokoladiges Aroma.
Mittlerweile gibt es jedoch ein sanftes Röst-Verfahren. Bei diesem behält die Bohne den fruchtig-sauren Geschmack bei, sodass die Optik nicht mehr zwingend zur Differenzierung beiträgt.

Ob nun nussig-schokoladig oder fruchtig – die Vorliebe für den jeweiligen Geschmack liegt natürlich beim Einzelnen.

Die Espressokanne

Die Espressokanne hat im Vergleich zum Siebträger nur einen Druck von 1,5 bar. Dieser Druckunterschied ist für die fehlende Crema verantwortlich. Er führt dazu, dass man mit dem Espressokocher keinen „richtigen“ Espresso zubereiten kann.
In Italien wird der Zubereiter meist „Caffettiera“ genannt, was einfach Kaffeekanne bedeutet. Eine weitere Bezeichnung ist Mokakanne. Das wiederum für weitere Namensverwirrung sorgt. Da häufig als „Mokka“ missverstanden – was weltweit einen anderen Kaffeetyp bezeichnet, nämlich den arabisch, türkisch oder griechisch zubereiteten Mokka.
Kein leichtes Unterfangen also – trotzdem kann man, ob nun Espressokocher, Caffettiera oder Mokakanne genannt, in dem Zubereiter wunderbar Espresso- und Kaffeepulver zubereiten.

Wie du Deinen Espressokocher richtig verwendest, erfährst du in Dein Espressokocher in 5 Schritten erklärt.

Kurz zusammengefasst

Ob Du nun eine helle oder eine dunkle Röstung verwendest, beides kann ein Espresso sein.
Wichtig für einen gelungenen Espresso ist seine goldbraune, feinporige Crema.
Diese kann nur durch einen sehr hohen Druck entstehen – in der Siebträgermaschine.

Tipp: Rühre beim Trinken Deines Espressos die Crema regelmäßig in die Flüssigkeit ein. In der Crema befinden sich die meisten Aromen und so verteilst Du sie gleichmäßig.