Healthy Coffee

Am Freitag saßen wir in kleiner Runde beim Groenenberg-Meeting zusammen und irgendwann im Gespräch fiel die Frage „Wie viel Kaffee trinkst Du eigentlich?“
Mareike: „Mhmm, nicht so viel.“
Niklas: „Eins bis zwei Tassen – mehr nicht.“
Mareike: „Das ist doch nicht viel!“
Peter: „Mehrere kleine Tassen über den Tag verteilt.“
Niklas: „Puh.“
Mareike: „Ist das nicht normal?“
Peter: „Keine Ahnung?!“
Mareike: „Okay, vielleicht trinke ich doch viel. Zwei große Gläser mit Milch am Tag und ab und zu einen Cappuccino.“
Lachen.

Die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist

Zurück zur Frage: „Wie viel Kaffee trinkst Du eigentlich?“ Hinter der Frage steckt natürlich das Interesse über die Quantität des Kaffeekonsums. In ihr liegt aber auch eine gewissen Wertung verborgen, was nun gesund ist und was nicht.
Kaffee galt eine zeitlang als ungesund und Teetrinker wiegten sich auf der sicheren Seite. Mittlerweile wissen wir jedoch: auch das stimmt nicht.
Um nun ein wenig Licht in diffuse Ansichten und Scheinwahrheiten zu bringen, haben wir für euch ein paar Facts zum täglichen Kaffeekonsum gesammelt.
Vorne weg: schon Paracelsus sagte „Alle Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding‘ kein Gift ist.“ Hinzu kommt, dass jeder Organismus individuell reagiert. Heißt im Grunde, was mir gut tut, kann für einen anderen Menschen zu viel sein. Also bleibt achtsam und schaut, was Euer Körper sagt.

Wenn wir über Gesundheit und Kaffeekonsum sprechen, liegt meist eine Substanz im Fokus – das Koffein. Koffein ist eine psychoaktive Substanz mit stimulierender Wirkung. Ein Alkaloid aus der Stoffgruppe der Xanthine.
Genug aus dem Chemie-Baukasten. Koffein regt unser Nervensystem an und das finden wir erstmal gut so. Zumindest wenn morgens um 6 Uhr der Wecker klingelt und wir auch nicht mehr Stunden als die Ziffernblattanzeige geschlafen haben.

1. Koffein macht wach.

Das ist Fakt. Und liegt daran, dass die Substanz an unsere Adenosinrezeptoren andockt. Das sind bestimmte Moleküle auf unseren Zellen. Durch das Andocken verdrängt das Koffein den körpereigenen Botenstoff Adenosin. Dieser löst normalerweise Müdigkeit aus, kann er so jedoch nicht mehr und eine anregende Wirkung entsteht. Dieser anregende Effekt tritt nach ca. 15 bis 30 Minuten ein und kann über mehrere Stunden anhalten.
Gleichzeitig wird durch das Koffein die Herztätigkeit leicht beschleunigt, das zu einem erhöhten Puls führt. Die Bronchien erweitern sich und die Konzentration ist erhöht. Zudem hat Koffein eine schwach harntreibende Wirkung.
Das Wirkungsspektrum von Koffein ist also relativ breit, in geringen Dosen ist es jedoch in erster Linie eine Stimulans. Das heißt eine Substanz mit anregender Wirkung auf die Psyche. Antrieb und Konzentration werden erhöht und die Müdigkeit verschwindet.

Es gibt jedoch Menschen, die selbst bei geringen Dosen schon mit Schweißausbruch, Zittern oder Nervosität reagieren. Diese sollten natürlich lieber entkoffeinierte Getränke zu sich nehmen.
Gefährlich und gar tödlich ist Koffein erst ab einer Dosis von 10 Gramm. Das entspricht etwa 100 Tassen Kaffee.

2. Wirkungsdauer

Bei Frauen kann Koffein doppelt so lange anhalten wie bei Männern. Bei Rauchern sinkt die Konzentration von Koffein im Körper tendenziell schneller als bei Nichtrauchern. Arzneimittel können die Wirkung und die Wirkdauer des Koffeins im Körper beeinflussen.
Nach ca. vier bis sechs Stunden ist meist die Hälfte des aufgenommenen Koffeins im Organismus verstoffwechselt. Dies ist jedoch kein Richtwert, sondern hängt stark vom Körper des einzelnen ab.

3. Kaffee ist kein Flüssigkeitsräuber

Wie schon erwähnt wirkt Koffein leicht harntreibend. Dieser Effekt ist jedoch so gering, dass er nicht als flüssigkeitsraubend betrachtet werden kann. Auf Toilette müssen Kaffeevieltrinker eher wegen der Menge Wasser, die sie pro Tasse zu sich genommen haben.

4. Substanztoleranz

Wie bei jeder stimulierenden Substanz baut der Körper bei regelmäßigem Konsum eine Toleranz auf. Selbiges gilt auch für Koffein. Der Körper eines regelmäßig Kaffeetrinkers gewöhnt sich daran und reagiert weniger stark auf das Koffein als jemand, der nur selten Kaffee trinkt.

5. Kaffee, Kippe, Klo

Kaffee kann sich auch auf Magen und Darm auswirken. Das beobachten viele Menschen an sich selbst. Manch einem schlägt er auf den Magen, der andere freut sich über eine schnelle Verdauung.
Jeder Organismus reagiert hier anders. Menschen mit einem empfindlichen Magen sollten allerdings lieber Espresso trinken. Denn durch die lange Röstdauer besitzen Espressobohnen weniger Säure und sind so magenschonender.

Und zum Ende hin haben wir noch für euch die Risikobewertung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA: nicht mehr als 200 Milligramm Koffein auf einmal und maximal 400 Milligramm pro Tag. Das entspricht ungefähr zwei Tassen Filterkaffee zum Frühstück oder vier Tassen Kaffee über den Tag verteilt. Schwangere und Stillende sollten zunächst Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Die Koffein-Schwelle liegt für sie bei eins bis zwei Tassen täglich.

Das beruhigende für uns: wir müssen erstmal nichts an unserem Kaffeekonsum ändern. Und können weiterhin den aromatischen Wachmacher genießen.